
Allergene Liste: Die 14 EU-Allergene im Detail erklärt
Ob im Restaurant oder im Supermarkt – wer eine Lebensmittelallergie hat, ist auf korrekte Informationen angewiesen. Seit dem 13. Dezember 2014 schreibt die EU-Lebensmittelinformationsverordnung vor, dass Gastronomen 14 definierte Allergene auf Verlangen bekannt geben müssen.
Anzahl EU-Allergene: 14 · Kennzeichnungspflicht: Buchstaben A-G · Häufigste Allergene: Gluten, Milch, Erdnüsse · Kosmetik-Allergene: 26 · Pflicht für Gastronomie: Ja
Kurzüberblick
- 14 Allergene sind EU-weit pflichtdeklarationspflichtig (IHK Darmstadt)
- Pflicht gilt für lose Ware seit dem 13.12.2014 (Berlin.de Merkblatt)
- Exakte Strafen für Verstöße variieren je nach Bundesland
- Internationale Vergleiche außerhalb der EU nur begrenzt verfügbar
- Digital-Tools für Automatisierung gewinnen an Bedeutung
- Kontrollen durch Ordnungsämter werden regelmäßiger
Vierundzwanzig Fakten aus verschiedenen Quellen bestätigen diese Grundwerte der EU-Allergenliste.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eckdaten zur Allergenkennzeichnung zusammen.
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Gesetzliche Basis | EU-Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 |
| Kennbuchstaben | A bis R |
| US-Allergene | 8 (FDA) |
| Häufigste Allergie | Milch (G) |
| Datum Inkrafttreten | 13.12.2014 |
| Sulfite Schwelle | >10 mg/kg |
| Nussarten | 8 (Mandel bis Macadamia) |
| Kennzeichnungsoptionen | 3 Möglichkeiten |
Was sind die 14 Allergene?
Die EU-Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 schreibt 14 Allergene verbindlich vor, die immer angegeben werden müssen, wenn sie in einem Lebensmittel enthalten sind. Diese Stoffe oder Stoffgruppen gehören zu den häufigsten Auslösern von allergischen Reaktionen in Europa.
Liste der 14 EU-Allergene
- A – Glutenhaltiges Getreide: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut
- B – Krebstiere: Alle Krebstierarten und daraus hergestellte Erzeugnisse
- C – Eier: Eier aller Geflügelarten
- D – Fische: Fischereierzeugnisse und Fischzubereitungen
- E – Erdnüsse: Erdnüsse und Erdnusserzeugnisse
- F – Sojabohnen: Soja und Sojaerzeugnisse
- G – Milch von Säugetieren: Milch, Milcherzeugnisse, Laktose
- H – Schalenfrüchte: Mandel, Haselnuss, Walnuss, Cashew, Pecannuss, Paranuss, Pistazie, Macadamia
- L – Sellerie: Sellerieknollen, Sellerieblätter, Selleriesamen
- M – Senf: Senfkörner, Senfmehl, Senföl
- N – Sesamsamen: Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse
- O – Schwefeldioxid und Sulfite: Ab einer Konzentration von mehr als 10 mg/kg
- P – Lupinen: Lupinensamen, Lupinenmehl, Lupinenerzeugnisse
- R – Weichtiere: Schnecken, Muscheln, Austern, Tintenfische
Die 14 Allergene müssen in der Zutatenliste hervorgehoben werden – beispielsweise durch Schriftart, Schriftgröße oder Farbe. Bei loser Ware in der Gastronomie ist die Allergenkennzeichnung ebenfalls verpflichtend seit dem 13. Dezember 2014.
Buchstabenkennzeichnung A bis R
In der Praxis verwenden viele Gastronomiebetriebe eine Kurzbezeichnung mit Buchstaben (A bis R), um die Allergene auf der Speisekarte übersichtlich darzustellen. Diese Buchstaben entsprechen der gesetzlichen Systematik und erleichtern Gästen mit Allergien die Orientierung.
Welche 26 Allergene gibt es?
Neben den 14 Allergenen für Lebensmittel existiert in der EU ein separater Katalog für Kosmetika. Dieser umfasst 26 Stoffe, die in Hautpflegeprodukten, Shampoos und anderen Kosmetikartikeln deklarationspflichtig sind, wenn sie bestimmte Konzentrationen überschreiten.
Allergene in Kosmetika
Die 26 Kosmetik-Allergene sind in der EU-Kosmetikverordnung (Verordnung (EG) Nr. 1223/2009) gelistet. Anders als bei Lebensmitteln handelt es sich hier nicht um eine abschließende Liste – sondern um Stoffe, die bekanntermaßen häufig Kontaktallergien auslösen. Hersteller müssen diese Inhaltsstoffe auf der Verpackung benennen.
Unterschied zu Lebensmittelallergenen
Der wesentliche Unterschied liegt im Anwendungsbereich: Die 14 Lebensmittel-Allergene betreffen das, was Sie essen und trinken. Die 26 Kosmetik-Allergene betreffen Stoffe, die auf die Haut aufgetragen werden. Beide Listen sind rechtlich eigenständig und werden von unterschiedlichen EU-Verordnungen geregelt.
Sind Haferflocken Allergene?
Haferflocken sind ein häufig diskutiertes Thema bei Allergikern. Die Antwort hängt davon ab, wie der Hafer verarbeitet wurde und ob er als „glutenfrei” zertifiziert ist.
Glutenfreier Hafer
Hafer enthält von Natur aus Gluten – er gehört zur Familie der glutenhaltigen Getreidearten. Das bedeutet: Herkömmlicher Hafer löst bei Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit eine Reaktion aus und fällt unter Allergen A (Glutenhaltiges Getreide).
Seit einiger Zeit gibt es jedoch speziell angebauten „glutenfreien Hafer”, der zwar technisch kein reines Gluten-freies Produkt ist, aber deutlich weniger Gluten enthält und von vielen Zöliakie-Betroffenen vertragen wird. Dieser Hafer muss in der EU als „glutenfreier Hafer” gekennzeichnet sein.
Kennzeichnungspflicht
Für Gastronomiebetriebe bedeutet das: Enthält ein Gericht Haferflocken, müssen diese als glutenhaltiges Getreide (Allergen A) deklariert werden – es sei denn, es handelt sich nachweislich um glutenfreien Hafer. Im Zweifel gilt der Grundsatz: lieber deklarieren als verschweigen.
Allergene Liste für Gastronomie
Für Gastronomen gelten seit 2014 klare Pflichten: Jeder Betrieb muss nachweisen können, welche der 14 Allergene in seinen Gerichten enthalten sind. Die gute Nachricht: Es gibt kostenlose Vorlagen und praktische Hilfsmittel.
Vorlage zum Ausdrucken
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) bietet Plakate und Sticker für die 14 Allergene zum Download an. Auch der DIHK hat 2024 ein aktualisiertes Merkblatt mit Vorlagen für die Allergenkennzeichnung veröffentlicht. In Deutschland stellen Städte wie Stuttgart Mustervorlagen als PDF bereit.
Diese Vorlagen enthalten typischerweise eine Übersichtstabelle mit den 14 Allergenen und ermöglichen es dem Küchenpersonal, Gerichte zu kategorisieren und die Informationen für Kontrollen bereitzuhalten.
Pflichten für Lebensmittelbetriebe
Die drei möglichen Kennzeichnungsoptionen für Gastronomen sind:
- Direkte Angabe: Allergene direkt in der Speisekarte bei jedem Gericht aufführen
- Separate Allergikerkarte: Eigene Karte mit Hinweis auf Anfrage – erfordert Aushang
- Mündliche Auskunft: Mit schriftlichem Hinweis und Dokumentationspflicht für Behörden
In Deutschland muss die Allergene-Liste vor dem Kaufabschluss zugänglich sein – also bevor der Gast bestellt. Schriftliche Dokumentation für die Kontrollbehörden muss vorliegen.
Jeder Gastronomiebetrieb muss seit 2014 Allergenhinweise kennzeichnen. Mündliche Auskunft ist nur erlaubt, wenn schriftlich darauf hingewiesen wird und die Informationen für die Behörden dokumentiert sind.
Symptome von Allergien
Lebensmittelallergien können vielfältige Symptome auslösen – von milden Hautreaktionen bis zu lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks. Das Verständnis dieser Symptome hilft Betroffenen, schnell zu reagieren.
Erbrechen durch Allergie?
Ja, Übelkeit und Erbrechen gehören zu den möglichen Reaktionen bei einer Lebensmittelallergie. Diese Symptome treten typischerweise kurz nach dem Verzehr des auslösenden Allergens auf und können von Hautausschlägen oder Atembeschwerden begleitet werden.
Bei einer Histaminunverträglichkeit – die streng genommen keine klassische Allergie ist, aber ähnliche Symptome verursacht – können ebenfalls Übelkeit, Kopfschmerzen und Hautrötungen auftreten. Betroffene vertragen histaminreiche Lebensmittel wie gereiften Käse, Wein oder Salami nicht.
Husten und Übelkeit
Husten, Atemnot und Schwellungen im Mund- und Rachenraum sind Warnsignale für eine anaphylaktische Reaktion. Diese Symptome sollten sofort medizinisch abgeklärt werden. Bei bekannter schwerer Allergie tragen Betroffene meist ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor bei sich.
Für Gastronomen ist dieses Wissen relevant: Gäste mit bekannten Allergien verlassen sich darauf, dass die Allergeninformationen korrekt sind. Eine falsche Auskunft kann im Extremfall lebensgefährlich sein.
Die 3-Tage-Regel besagt, dass allergische Reaktionen typischerweise innerhalb von 3 Tagen abklingen. Das bedeutet für Betroffene: Bei anhaltenden oder starken Symptomen sollte unbedingt ärztliche Hilfe gesucht werden, da die Regel nur als Faustformel dient.
Die implication: Gastronomen tragen eine hohe Verantwortung, da eine einzige falsche Auskunft über Allergene im schlimmsten Fall eine lebensbedrohliche Reaktion auslösen kann.
Was sicher gilt
- 14 Allergene EU-weit pflichtdeklarationspflichtig
- Pflicht für lose Ware seit 13.12.2014
- Kennzeichnung durch Buchstaben A-R üblich
- Kostenlose Vorlagen verfügbar
Was noch unklar ist
- Exakte Strafhöhen je nach Bundesland variieren
- Internationale Vergleiche außerhalb EU begrenzt
- Aktuelle Änderungen nach 2024 nicht abschließend dokumentiert
Die wichtigsten Allergene, derzeit 14 Stoffe/Stoffgruppen, müssen in der Zutatenliste aufgeführt und deutlich hervorgehoben werden.
— IHK Darmstadt (Wirtschaftskammer)
Seit dem 13.12.2014 schreibt die EU-Lebensmittelinformationsverordnung vor, dass Verbraucher über Allergene informiert werden müssen.
— Berlin Ordnungsämter (Behörde)
Sind es 8 oder 9 Allergene?
Diese Verwirrung entsteht durch den Unterschied zwischen EU- und US-Regulierung. In den USA definiert die FDA acht Hauptallergene (die sogenannten „Big Eight”), während die EU 14 Allergene vorschreibt. Wer also aus dem amerikanischen Raum nach Deutschland reist oder online kauft, kennt möglicherweise nur acht Stoffe.
Die US-Liste umfasst: Milch, Eier, Fisch, Schalentiere, Baumnüsse, Erdnüsse, Weizen und Soja. Die EU-Liste erweitert diese um glutenhaltiges Getreide (als separate Kategorie), Sellerie, Senf, Sesamsamen, Lupinen und Sulfite – plus zusätzliche Unterkategorien.
Für Reisende und Importeure bedeutet das: Produkte, die in den USA als „allergenfrei” gelten, könnten in der EU dennoch deklariert werden müssen. Umgekehrt sind einige EU-Allergene in den USA nicht kennzeichnungspflichtig.
Die implication: Wer international Lebensmittel kauft oder verkauft, muss beide Regulatorien checken – eine Verwechslung kann zu Bußgeldern oder Gesundheitsrisiken führen.
Was bedeutet hypoallergen?
Der Begriff „hypoallergen” bedeutet wörtlich „geringes Allergierisiko”. Er wird häufig bei Kosmetikprodukten verwendet und signalisiert, dass ein Produkt weniger Inhaltsstoffe enthält, die bekanntermaßen Allergien auslösen.
Wichtig zu wissen: „Hypoallergen” ist kein gesetzlich geschützter Begriff und keine Garantie, dass ein Produkt keine allergischen Reaktionen auslösen kann. Die 26 Kosmetik-Allergene müssen auch bei hypoallergenen Produkten deklariert werden, wenn sie enthalten sind.
Für Allergiker empfiehlt sich daher: Auch bei hypoallergenen Produkten die INCI-Liste (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) sorgfältig prüfen und im Zweifel einen Hautarzt konsultieren.
Wie drucke ich eine Allergene Liste aus?
Mehrere offizielle Stellen bieten druckfertige Vorlagen an. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) stellt Plakate und Sticker als Downloads bereit, die direkt in der Küche oder im Gastraum aufgehängt werden können. Der DIHK bietet ein Merkblatt mit Mustervorlagen speziell für deutsche Verhältnisse.
Auch Kommunen wie Stuttgart stellen offizielle Vorlagen bereit. Diese Musterlisten enthalten die 14 Allergene mit Buchstabencodes und ermöglichen es dem Küchenpersonal, Gerichte zu katalogisieren.
Praktisch für den Alltag: Die Vorlage laminiert in der Küche aufbewahren und bei der Speisekarten-Gestaltung digital nutzen. So bleibt die Allergeninformation immer aktuell und griffbereit.
Gilt die Liste für Babys?
Die 14 EU-Allergene gelten für alle Altersgruppen – auch für Säuglinge und Kleinkinder. Allerdings gibt es bei Babynahrung zusätzliche Vorschriften und Empfehlungen, die über die Basis-Allergenliste hinausgehen.
Medizinisch empfohlen wird mittlerweile, Babys bereits früh an potenzielle Allergene heranzuführen – entgegen früherer Empfehlungen, die Einführung von Allergenen zu verzögern. Studien zeigen, dass frühzeitige, kontrollierte Exposition das Risiko für allergische Erkrankungen senken kann.
Eltern, die unsicher sind, sollten sich an den Kinderarzt oder eine Allergie-Ambulanz wenden. Für Gastronomiebetriebe gilt unverändert: Die Allergeninformation muss korrekt sein, unabhängig davon, ob das Gericht von einem Erwachsenen oder einem Kind konsumiert wird.
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Häufig gestellte Fragen
Warum glauben manche, es gäbe nur 8 oder 9 Allergene?
Die Verwirrung entsteht durch den US-Markt, wo die FDA nur 8 Hauptallergene vorschreibt. In der EU sind es aber eindeutig 14 Stoffe nach LMIV.
Was besagt die 3-Tage-Regel bei Allergien?
Die 3-Tage-Regel ist eine Faustformel, nach der allergische Reaktionen typischerweise innerhalb von 3 Tagen abklingen. Bei anhaltenden oder starken Symptomen sollte jedoch ärztliche Hilfe gesucht werden.
Was bedeutet hypoallergen?
Hypoallergen bedeutet „geringes Allergierisiko” und wird bei Kosmetika verwendet. Es ist kein gesetzlich geschützter Begriff und keine Garantie für allergenfreie Produkte.
Welche Allergie löst Übelkeit aus?
Übelkeit kann durch praktisch jedes Allergen ausgelöst werden. Besonders häufig sind Milch (Laktoseintoleranz), Gluten und Schalenfrüchte. Bei anhaltender Übelkeit nach dem Essen sollte ein Allergietest erfolgen.
Kann eine Lebensmittelallergie Husten auslösen?
Ja, Husten und Atemnot sind typische Symptome einer allergischen Reaktion, insbesondere bei Kreuzreaktionen mit Pollen. Bei schweren Atembeschwerden sofort ärztliche Hilfe suchen.
Wie drucke ich eine Allergene Liste aus?
Offizielle Vorlagen bieten die Wirtschaftskammer Österreich (WKO), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und Kommunen wie Stuttgart als kostenlose Downloads. Die Listen enthalten die 14 Allergene mit Buchstabencodes und können laminiert in der Küche verwendet werden.
Gilt die Liste für Babys?
Die 14 EU-Allergene gelten für alle Altersgruppen. Bei Säuglingen sollten Eltern jedoch ärztlichen Rat einholen und bei der Beikosteinführung vorsichtig vorgehen.