Wer in Wien einen heißen Sommertag an der Neuen Donau verbringt, genießt neben 42 Kilometern Naturstrand auch ein Gewässer, das als gigantischer Hochwasserschutz funktioniert. Das Entlastungsgerinne bleibt bei Normalpegel ein ruhiges stehendes Gewässer – doch bei Hochwasser schaltet es um. Grund genug, die Funktionsweise, die Baderegeln und die Wasserqualität genau unter die Lupe zu nehmen.

Länge: 21,1 km · Bauzeitraum: 1972–1988 · Zweck: Entlastungsgerinne für Hochwasserschutz · Lage: Parallel zur Donau in Wien · Strände: 42 km an der Donauinsel

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • 21 km lang, 210 m breit (Dunav.at)
  • Drei Wehranlagen regulieren Durchfluss (Dunav.at)
  • Hochwasserschutz bewährte sich 2002 und 2013 (Dunav.at)
2Was unklar ist
  • Exakte Tiefe der Neuen Donau in verschiedenen Abschnitten
  • Aktuelle Schwimmregeln nach Badesaison 2025
  • Detaillierte Pegelhistorie der letzten Jahre
3Zeitleisten-Signal
  • Badeverbote traten Juni 2025 in Kraft (Stadt Wien)
  • Aufhebung nach ca. zwei Wochen (Stadt Wien)
  • Nächste Badewasseruntersuchungen: 18.5.2026 (Stadt Wien)
4Wie es weitergeht
  • Pier 22 wird zum Freizeitparadies umgestaltet (Stadt Wien)
  • Ausbau des Hochwasserschutzes geplant (Stadt Wien)
  • Neue Stege und Schwimmplattformen an der Oberen Alten Donau (Wien.info)

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen Merkmale der Neuen Donau zusammen.

Merkmal Wert
Länge 21,1 km
Baujahr 1972–1988
Typ Entlastungsgerinne
Wasserqualität Großteils ausgezeichnet
Messstellen 9 (ND1-ND9)
Wehranlagen 3
Pegel Korneuburg (Schwellenwert) 5,30 Meter
Pegel Korneuburg (Normalpegel) 5,2 Meter

Wo ist die Neue Donau?

Die Neue Donau ist ein orografisch linker Seitenarm der Donau und verläuft parallel zum Hauptstrom entlang der Donauinsel. Das 21 Kilometer lange Entlastungsgerinne wurde im Rahmen der zweiten Donauregulierung zwischen 1972 und 1988 angelegt und mit der Donauinsel als Schutzbau fertiggestellt.

Lage in Wien

Das Einlaufbauwerk bei Langenzersdorf kontrolliert den Wasserzufluss. Bei normalem Wasserstand bleibt es geschlossen, sodass die Neue Donau ein stehendes Gewässer bildet – ideal für Freizeitaktivitäten wie Schwimmen und Wakeboarden. Die Donauinsel fungiert dabei als gigantischer Hochwasserschutzbau mit 21 Kilometern Länge.

Karte und Route

Die U-Bahn-Linie U6 verläuft entlang der Neuen Donau und bietet Anbindung an mehrere Stationen. Von der Station Donauinsel/Südostasien hat man direkten Zugang zu den Strandbädern. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist besonders praktisch für Tagesbesuche.

Fazit: Die Neue Donau liegt im Norden Wiens als parallel verlaufendes Entlastungsgerinne zwischen Donau und Donauinsel – bei Normalpegel ein ruhiges Naherholungsgebiet.

Kann man in der Neuen Donau schwimmen?

Ja, aber mit wichtigen Einschränkungen. An der Donauinsel erstrecken sich 42 Kilometer Naturstrand, die zum Baden einladen. Die Badewasserqualität wird großteils als ausgezeichnet bewertet, wie Messungen der MA 39 im Auftrag von MA 44 und MA 45 zeigen.

Naturbadeplätze

An der Neuen Donau und der Alten Donau befinden sich zahlreiche offizielle Naturbadeplätze mit Wasserqualitätsinformationen an Tafeln. Die Badesaison beginnt Ende April oder Anfang Mai, wenn die Temperaturen steigen und die regelmäßigen Wasserproben starten.

Baderegeln beim Schwimmen

An durchschnittlichen Tagen ist das Schwimmen unbedenklich, aber bei Hochwasserereignissen greifen strenge Verbote. Gelbe Fahnen signalisieren Badeverbot, rote bleiben bis zur Wasserqualitätsfreigabe durch die MA 39.

Fazit: Baden ist an der Neuen Donau grundsätzlich möglich – wer die Fahnenfarben kennt, vermeidet gesundheitliche Risiken bei Hochwasser.

Ist die Alte Donau mit der Neuen Donau verbunden?

Die Alte Donau und die Neue Donau sind über bestimmte Bereiche verbunden, unterscheiden sich aber grundlegend in ihrer Funktion. Die Alte Donau ist ein stehendes Gewässer, das hauptsächlich der Naherholung dient, während die Neue Donau primär als Hochwasserschutz dient.

Unterschiede Alte und Neue Donau

Bei Normalpegel unterscheiden sich beide Gewässer kaum optisch – beide erscheinen ruhig und einladend. Doch bei steigendem Pegel zeigt sich der Unterschied: Nur die Neue Donau dient als Entlastungsgerinne, das bei Bedarf Donauwasser aufnimmt. Die Alte Donau bleibt davon unberührt.

Die Gegenüberstellung zeigt die unterschiedlichen Funktionen beider Gewässer und ihre Verhaltensweisen bei verschiedenen Wasserständen.

Kriterium Neue Donau Alte Donau
Primärfunktion Hochwasserschutz Naherholung
Bei Normalpegel Stehend (geschlossenes Einlaufbauwerk) Stehend
Bei Hochwasser Aufnahme von Donauwasser Kein Zufluss
Regulierung 3 Wehranlagen Keine Durchflussregulierung
Die paradoxe Dualität

Die Neue Donau ist gleichzeitig ein Familienparadies mit ruhigen Badestellen und ein Hochwasserschutz, der bei Gefahr zur Notfallrinne wird. Diese beiden Funktionen schließen sich nicht aus – sie ergänzen sich durch das Wehrsystem.

Ist die Neue Donau ein stehendes Gewässer?

Bei normalem Wasserstand ja – das Einlaufbauwerk bei Langenzersdorf bleibt geschlossen, und die Neue Donau wird nur durch drei Wehranlagen minimal durchströmt. Das Wasser ist weitgehend stehend, ähnlich wie ein See.

Gewässerprofil

Das Gewässerprofil umfasst neun Messstellen (ND1 bis ND9), die in obere und untere Stauhaltung unterteilt sind. Die Badewasserqualität wird anhand von E. coli und intestinalen Enterokokken bewertet. Grüne Bewertungen bedeuten ausgezeichnet oder gut, rote zeigen mangelhafte Qualität an.

Was zu beachten ist

Bei Hochwasser strömt Donauwasser ab einem Pegelstand von 5,30 Metern in Korneuburg über die erste Wehranlage in die Neue Donau. Dann wird das Gewässer schlagartig zum fließenden Gerinne – mit allen Konsequenzen für Badegäste.

Wie ist die Wasserqualität in der Neuen Donau?

Die Wasserqualität wird als großteils ausgezeichnet bewertet. Die MA 39 führt im Auftrag von MA 44 und MA 45 in 14-tägigen Intervallen während der Badesaison Wasserqualitätsuntersuchungen durch. Bei 14 Messstellen entlang des Gewässers werden Escherichia coli (E. coli) und intestinale Enterokokken als Indikatorparameter analysiert.

Badegewässerbewertung

Nach Hochwasserereignissen kann Sediment aufgewirbelt werden, was die Sichttiefe verringert und Schwemmgut-Risiken birgt. Die Freigabe zum Baden erfolgt erst nach Bestätigung der Wasserqualität durch die MA 39.

Eine Wasserprobe vom 21.07.2025 zeigte einen E. coli-Wert von 7,5 MPN/100 ml – weit unter dem Grenzwert von maximal 1000 MPN/100 ml. Dieser Wert belegt die gute Qualität nach dem Hochwasser im Juni 2025.

Warum das relevant ist

Die nächste offizielle Wasseruntersuchung ist für den 18.5.2026 geplant. Wer vor diesem Datum baden möchte, sollte die aktuellen Fahnenfarben an den Badestellen beachten.

Zeitleiste: Hochwasser und Badeverbote

Zwei große Hochwasserereignisse prägten die jüngere Geschichte des Wiener Hochwasserschutzes. Die Wirksamkeit des Systems zeigte sich sowohl 2002 als auch 2013, als die Neue Donau ihre Schutzfunktion voll erfüllte. Für alle, die sich für die Geschichte und die Schutzmaßnahmen rund um die Neue Donau interessieren, gibt es hier einen Wörschachklamm ultimativer Guide.

Die Zeitleiste dokumentiert die wichtigsten Ereignisse rund um Hochwasser und Badeverbote an der Neuen Donau.

Datum Ereignis
2002, 2013 Hochwasserschutz bewährt sich
Anfang Juni 2025 Badeverbot nach Regen und Hochwasser
Juni 2025 Pegel Korneuburg erreicht 6,38 Meter
21.07.2025 Wasserprobe zeigt gute Qualität (E. coli 7,5)
Nach ca. 2 Wochen Badeverbot aufgehoben
18.05.2026 Nächste geplante Wasseruntersuchung

Nach dem Durchgang des Maximalwasserstands in Wildungsmauer und Kienstock ist laut viadonau in den nächsten Tagen mit fallenden Wasserständen zu rechnen. Die Hochwasserzentrale im Einlaufbauwerk und die Wehre 1 und 2 werden bei Hochwasser besetzt.

Fazit: Die Zeitleiste zeigt: Hochwasser in Wien folgt einem klaren Muster mit Badeverboten als erstem Indikator. Wer die Fahnen kennt, kann trotzdem sicher baden.

Bestätigte Fakten und Unklarheiten

Die Faktenlage zur Neuen Donau ist insgesamt solide, insbesondere bei den technischen Daten. Die Länge von 21 Kilometern, die drei Wehranlagen und der Hochwasserschutzzweck sind vielfach belegt. Bei Detailfragen zur Tiefe und aktuellen Schwimmregeln bestehen jedoch Informationslücken.

Bestätigte Fakten

  • Die Neue Donau ist 21 km lang und 210 m breit
  • Sie dient als Entlastungsgerinne bei Hochwasser
  • Ab Pegel 5,30 m in Korneuburg strömt Donauwasser ein
  • Badeverbote werden durch rot-gelbe Fahnen signalisiert
  • Die MA 39 prüft die Wasserqualität alle 14 Tage
  • Wien plant Ausbau des Hochwasserschutzes

Unklare Punkte

  • Exakte Tiefe in verschiedenen Abschnitten
  • Detaillierte quantitative Erfolgsmetriken Hochwasserschutz 2002/2013
  • Aktuelle Fahnenfarbe (Stand 2026)
  • Vergleiche mit anderen Donauabschnitten

Stimmen zur Neuen Donau

Die roten Fahnen, die entlang der Neuen Donau aufgrund des Badeverbotes gehisst wurden, sind eingezogen. Einem Besuch der Donauinsel samt einem Sprung ins kühle Nass steht somit nichts mehr im Wege.

— Stadt Wien (Behörde)

Nach dem Durchgang des Maximalwasserstands – heute in Wildungsmauer, gestern am Pegelstand Kienstock – ist in den nächsten Tagen mit fallenden Wasserständen zu rechnen.

— viadonau (Wasserstraßenbetreiber)

Zusammenfassung

Die Neue Donau vereint zwei scheinbar widersprüchliche Funktionen: Sie ist ein Naherholungsgebiet mit 42 Kilometern Naturstrand und gleichzeitig ein lebenswichtiges Entlastungsgerinne für den Hochwasserschutz Wiens. Das Zusammenspiel funktioniert durch ein ausgeklügeltes Wehrsystem, das bei Normalpegel ein ruhiges Badegewässer schafft und bei Hochwasser ab 5,30 Metern in Korneuburg automatisch aktiviert wird.

Für Badegäste bedeutet das: Wer die Fahnenfarben beachtet und nach Hochwasserereignissen die Wasserqualitätsfreigabe abwartet, findet in der Neuen Donau ein ausgezeichnetes Badegewässer. Die MA 39 überwacht die Qualität zuverlässig alle zwei Wochen. Für Wien als Stadt bedeutet die Neue Donau einen Hochwasserschutz, der sich seit über 20 Jahren bewährt – und mit geplanten Investitionen wie Pier 22 auch in Zukunft gesichert bleibt.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist die Neue Donau U-Bahn?

Die U-Bahn-Linie U6 verläuft entlang der Neuen Donau und bietet Anbindung an mehrere Stationen. Von der Station Donauinsel/Südostasien hat man direkten Zugang zu den Strandbädern. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist besonders praktisch für Tagesbesuche.

Gibt es eine Route entlang der Neuen Donau?

Ja, entlang der Donauinsel und der Neuen Donau führt ein beliebter Rad- und Spazierweg. Die Route ist gut ausgebaut und bietet mehrere Zugänge zu Badestellen. Karten sind über die Stadt Wien und Wien.info verfügbar.

Wie tief ist die Neue Donau?

Exakte Tiefenangaben für verschiedene Abschnitte sind in den öffentlich zugänglichen Quellen nicht detailliert dokumentiert. Die Neue Donau hat eine Breite von etwa 210 Metern und wird durch drei Wehranlagen reguliert.

Welche Naturbadeplätze gibt es?

An der Neuen Donau und der Donauinsel gibt es zahlreiche offizielle Naturbadeplätze. Die Badesaison beginnt Ende April/Anfang Mai. An den Badestellen informieren Tafeln über die aktuelle Wasserqualität.

Ist die Neue Donau für Familien geeignet?

Ja, die Neue Donau ist besonders für Familien geeignet. Die ruhigen Abschnitte bei Normalpegel, die langen Strandabschnitte und die gute Erreichbarkeit mit der U-Bahn machen sie zu einem beliebten Familienziel. Bei Hochwasser sollten Familien jedoch die Fahnenfarben beachten.

Wie erreicht man die Neue Donau?

Die Neue Donau ist am besten mit der U-Bahn-Linie U6 erreichbar. Stationen wie Donauinsel/Südostasien oder Kaisermühlendamm bieten direkten Zugang. Auch mit dem Rad oder zu Fuß entlang der Donauinsel ist die Anreise möglich.

Was ist das Entlastungsgerinne?

Das Entlastungsgerinne ist die primäre Funktion der Neuen Donau. Bei Hochwasser, ab einem Pegelstand von 5,30 Metern in Korneuburg, strömt Donauwasser über die erste Wehranlage in die Neue Donau und entlastet so den Hauptstrom. Das System schützt Wien seit seiner Fertigstellung 1988.